
Kläranlagen – verraten sie unsere Belastung durch perfluorierte Substanzen?
Eine neue Methode ermöglicht es nun, eine breite Palette perfluorierter Substanzen in Abwässern präzise nachzuweisen und zu messen. Diese Verbindungen, oft als „ewige Chemikalien“ bezeichnet, weil sie extrem persistent in der Umwelt sind, reichern sich in lebenden Organismen an und widerstehen dem natürlichen Abbau. Sie finden sich in Alltagsgegenständen wie Antihaft-Pfannen, wasserdichter Kleidung oder Feuerlöschschaum. Ihr Vorkommen in Wasser und Böden gibt Anlass zur Sorge, da einige mit gesundheitlichen Problemen wie Schilddrüsenstörungen, Leberschäden oder einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden.
Forscher haben eine Technik entwickelt, mit der sich 35 Arten dieser Substanzen identifizieren lassen, darunter auch neuere Varianten, die als Ersatz für bereits verbotene Verbindungen konzipiert wurden. Bei der Analyse von Abwasserproben aus dem Südwesten Englands über drei Tage hinweg stellten sie je nach Verbindung unterschiedliche Mengen fest. So erreichten manche Moleküle tägliche Belastungen von bis zu 45 Kilogramm pro Tag in einer Kläranlage, während andere deutlich niedriger lagen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die unmittelbaren Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt gering zu sein scheinen, doch bleibt ihre Bewertung aufgrund ihrer Persistenz und ihrer Fähigkeit, sich in der Nahrungskette anzureichern, komplex.
Die Studie wirft ein Schlaglicht auf eine große Herausforderung: Diese Substanzen haften an Glas- und Kunststoffmaterialien, die im Labor verwendet werden, was die Messungen verfälschen kann. Dennoch bietet die angewandte Methode, die zwei Filtertypen zur Erfassung der Schadstoffe kombiniert, eine bisher unerreichte Genauigkeit. Sie ebnet den Weg für eine bessere Überwachung der Belastung der Bevölkerung, auch wenn weiterhin Unsicherheiten über die Langzeitwirkungen dieser allgegenwärtigen Chemikalien bestehen. Ihre Verfolgung in Abwässern könnte zu einem Schlüsselinstrument werden, um die unsichtbaren Gefahren in unserer Umgebung zu bewerten.
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Référence officielle
DOI : https://doi.org/10.1007/s00216-026-06421-5
Titre : A new multi-residue method for PFAS analysis in wastewater for environmental and public health risk assessment
Revue : Analytical and Bioanalytical Chemistry
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Dalia Elabbadi; Harry Elliss; Megan Robertson; John Bagnall; Barbara Kasprzyk-Hordern