
Können Immunzellen direkt im Körper umprogrammiert werden, um Krebs zu bekämpfen?
Forscher haben eine innovative Methode entwickelt, um Immunzellen, sogenannte T-Lymphozyten, direkt im Organismus genetisch zu verändern. Dieser Durchbruch könnte Krebstherapien und Behandlungen bestimmter Autoimmunerkrankungen zugänglicher, wirksamer und kostengünstiger machen.
Heute werden bereits Therapien mit modifizierten T-Lymphozyten, wie CAR-T-Zellen, zur Behandlung bestimmter Blutkrebsarten eingesetzt. Ihre Herstellung ist jedoch komplex, zeitaufwendig und teuer. Sie erfordert die Entnahme der Zellen des Patienten, deren Modifikation im Labor und anschließende Reinfusion. Dieser neue Ansatz umgeht diese Hindernisse, indem die Modifikation direkt im Körper erfolgt.
Die Wissenschaftler haben ein System mit zwei Arten von Vektoren entwickelt. Der erste, ein sogenannter umhüllter Vektor, transportiert gezielte genetische Werkzeuge, die spezifisch T-Lymphozyten ansteuern. Der zweite, ein modifiziertes Adenovirus, liefert das therapeutische Gen, das eingefügt werden soll. Gemeinsam ermöglichen sie die präzise Integration eines neuen Gens in die DNA der T-Lymphozyten, ohne andere Zellen zu beeinflussen.
Um die Effizienz und Sicherheit zu verbessern, haben die Forscher diese Vektoren optimiert. Sie schufen eine Version, die gegen natürliche Antikörper resistent ist, die ihre Wirkung blockieren könnten. Zudem fügten sie ein Molekül hinzu, das T-Lymphozyten aktiviert und so die Anzahl der modifizierbaren Zellen erhöht. Dank dieser Verbesserungen wurden bis zu 20 % der in der Milz humanisierter Mäuse vorhandenen T-Lymphozyten erfolgreich modifiziert.
Die umprogrammierten T-Lymphozyten zeigten ihre Fähigkeit, Krebszellen in mehreren Krankheitsmodellen zu eliminieren. Sie kontrollierten das Fortschreiten von Leukämien, Myelomen und sogar eines Sarkoms, einer Art von soliden Tumoren. Im Gegensatz zu aktuellen Methoden produziert diese Technik gleichmäßig aktive und langlebige Zellen, was ihre Wirksamkeit gegen den Tumor verbessert.
Dieser Ansatz ebnet den Weg für einfachere und schnellere Behandlungen. Er vermeidet die Schritte der Entnahme und Kultivierung im Labor, reduziert die Kosten und verkürzt die Behandlungsdauer. Darüber hinaus könnte er an andere Krankheiten angepasst werden, bei denen T-Lymphozyten eine Schlüsselrolle spielen, wie Infektionen oder Autoimmunerkrankungen.
Die an Mäusen erzielten Ergebnisse sind vielversprechend, doch weitere Studien am Menschen sind erforderlich, um ihre Wirksamkeit und Sicherheit zu bestätigen. Falls diese Tests erfolgreich sind, könnte diese Technologie den Zugang zu zellulären Therapien für viele Patienten revolutionieren.
Références des contenus
Référence officielle
DOI : https://doi.org/10.1038/s41586-026-10235-x
Titre : In vivo site-specific engineering to reprogram T cells
Revue : Nature
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : William A. Nyberg; Pierre-Louis Bernard; Wayne Ngo; Charlotte H. Wang; Jonathan Ark; Allison Rothrock; Gina M. Borgo; Gabriella R. Kimmerly; Jae Hyung Jung; Vincent Allain; Jennifer R. Hamilton; Alisha Baldwin; Robert Stickels; Sarah Wyman; Safwaan H. Khan; Shanshan Lang; Donna Marsh; Niran Almudhfar; Catherine Novick; Yasaman Mortazavi; Shimin Zhang; Mahmoud M. AbdElwakil; Luis R. Sandoval; Sidney Hwang; Simon N. Chu; Hyuncheol Jung; Chang Liu; Devesh Sharma; Travis McCreary; Zhongmei Li; Ansuman T. Satpathy; Julia Carnevale; Rachel L. Rutishauser; M. Kyle Cromer; Kole T. Roybal; Stacie E. Dodgson; Jennifer A. Doudna; Aravind Asokan; Justin Eyquem